Mercedes-Benz JuniorCup 06. & 07. Januar 2017

Manchester United und der JuniorCup: Ein neuer Rekord

Neun JuniorCup-Teilnehmer von 2014 und 2015 gehören zum Profiteam / Senkrechtstarter Rashford spielte 2015 in Sindelfingen

Der Mercedes-Benz JuniorCup, der alljährlich in Sindelfingen stattfindet, gilt schon seit vielen Jahren als die große Talentschau des Fußballs. Und trotzdem ist er immer wieder für weitere Rekorde gut. Zuletzt war Leroy Sané der Spieler, der am schnellsten (21 Monate) den Sprung vom Glaspalast in die Nationalmannschaft schaffte. Jetzt gibt es eine ganz spektakuläre Rekord-Entwicklung bei Manchester United.

Beim ruhmreichen Verein, derzeit auf Platz fünf in der englischen Premier League, haben in den vergangenen Wochen sage und schreibe neun Spieler, die beim JuniorCup 2014 und 2015 gespielt haben, den Sprung in die Profimannschaft geschafft. Und nicht nur als Ergänzungsspieler: Marcus Rashford, vor 13 Monaten noch im Glaspalast hatte zuletzt innerhalb von vier Tagen vier entscheidende Tore für einen der größten Vereine der Welt erzielt: Zwei gegen Mitjylland in der Euro Leage – und zwei gegen Arsenal London beim 3:2 im Spitzenspiel der Premier League.

Es ist jedoch nicht nur Rashford alleine, der in Englands Fußball für Aufsehen sorgt. Im Spiel gegen Arsenal, das Manchester wieder an die Spitzengruppe heranbrachte, wurde kurz nach der Halbzeit Evans Fosu-Mensah eingewechselt, der wie Cameron Borthwick-Jackson 2015 ebenfalls noch im Glaspalast spielte. Cameron Borthwick-Jackson wurde bei den letzten vier Spielen von Manchester United drei Mal eingesetzt.

Zum Glaspalast-Team von Manchester United von 2014 gehörte James Weir – auch er wurde in dem brisanten Spiel gegen Arsenal London am Wochenende eingewechselt. In der Euro-League, im FA-Cup oder auch in der Premier League waren auch Patrick McNair, Andreas Pereira, Douglas Henderson und der Torhüter Joel Perreira dabei, der drei Mal beim JuniorCup spielte. Joe Riley, 2015 als bester Spieler des JuniorCup ausgezeichnet, feierte sein Debüt in der Euro League.

Zum Vergleich: Von den acht Bundesliga-Mannschaften, die 2014 und 2015 in Sindelfingen gespielt haben, schafften eigentlich nur zwei Spieler (!) den Sprung in die Bundesliga: Leroy Sané (Schalke 04) und am ehesten noch Patrick Ochs (Hoffenheim, vier Bundesligaspiele). Wie Manchester bei diesen beiden Turnieren im Glaspalast abschnitt? 2014 wurde man Dritter, 2015 Turniersieger.

Louis van Gaal, Trainer von Manchester United, will diesen Weg weitergehen, auch wenn er natürlich auch dem großen Verletzungspech der Mannschaft (u. a. Schweinsteiger, Rooney) geschuldet ist. „Dem eigenen Nachwuchs eine Chance zu geben, gehört zur Kultur von Manchester United. Deshalb haben sie mich als Trainer ausgewählt“, sagt van Gaal, „man sieht, dass die jungen Spieler der Mannschaft immer einen besonderen Spirit geben. Das ist ein sehr wichtiger Punkt meiner Philosophie.“

Rushford weckt mit seinen Toren sofort große Erinnerungen bei Manchester. Die Jahrgänge, die in Sindelfingen gespielt haben, werden mit der „class of 92“ verglichen, in der Spieler wie David Beckham, Ryan Giggs, Paul Scholes und die Neville-Brüder (alle aus der eigenen Jugend) den Verein nach vorne brachten.

Marcus Rashford ist natürlich der Shootingstar des internationalen Fußballs. Weltmeister Bastian Schweinsteiger twitterte: „Was für eine fantastische Leistung von Marcus Rashford bei seinem Debüt in der ersten Mannschaft.“ Und die englische Presse hat gleich ausgerechnet, dass Wayne Rooney, für den Rashford eingesprungen ist, das 600fache verdient des Youngsters. Der Vertrag von Rashford soll aber umgehend aufgebessert werden. Bleibt nur ein Problem: Wo er denn jetzt feiern würde, wurde er nach dem 3:2 gegen Arsenal gefragt. Seine Antwort: „Gar nicht. Wir schreiben morgen früh eine Chemie-Arbeit.“

 

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